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 DER ANFANG VOM ENDE...

 

 

Hier erzähle ich Euch, wie es zu Yumi's viel zu frühem Tod kommen konnte.

Sie war erst 5 Jahre alt

Wenn ich die Möglichkeit hätte noch einmal zurückzugehen...ich würde Alles anders machen.

NIE, nein NIE MEHR würde ich mein Yumi in fremde Hände geben ohne mich vorher genauer von deren Kompetenz zu überzeugen!

Es war mir eine Lehre - das Lehrgeld musste leider mein geliebtes Rünzi mit dem Leben bezahlen ...

Dies ist die Geschichte von Yumi's zweitem Wurf, die man lange unter den Geschichten lesen konnte. Allerdings habe ich über Dinge, die ich  damals als blutiger Laie noch nicht wusste, noch ein paar Anmerkungen hinzugefügt.

 

    Mami zum 2ten

Ich habe mir lange überlegt, ob ich diese Geschichte stehen lassen soll oder nicht. Ich habe mich aber dafür entschieden, weil sie nun einmal ein Teil von Yacuma's Leben ist und dazu gehören auch Hochs und Tiefs.

Ausserdem war meine Entscheidung Yacuma noch einmal im Zuchtrecht einem "Züchter"**  zu überlassen -wie der Titel schon sagt- DER ANFANG VOM ENDE. 

**(Ich nenne diese Person im Bericht "Betreuerin" da es mir wiederstrebt sie als Züchterin zu bezeichnen. Diesen Titel muss man sich verdienen, finde ich. Es reicht nicht, dass man Hunde vermehrt.)

Ich habe diese Geschichte aber auch aus dem Grund  stehen lassen, unwissenden Leuten zu zeigen, dass es eben nicht so einfach ist Bulldogs zu züchten. Und es erklärt auch, weshalb ein Bulldog eben das kostet, was er kostet. Denn die Aufzucht ist sehr aufwändig und ein richtiger Züchter muss über eine Menge Wissen verfügen und auch wirklich Ahnung haben von dem was er (oder sie) tut. 

Denn auch für erfahrene Züchter und vor Allem die Hündinnen, besteht leider auch immer ein nicht zu unterschätzendes Risiko.

Ich wünsche Euch, dass Ihr Euch trotzdem über die schönen Passagen dieser Geschichte freuen könnt und vielleicht etwas davon, was ich aus meinen Fehlern gelernt habe, mitnehmt.

LG. Xenja 

 

28. Mai. 2007 - Yumi hat Neuigkeiten

Ja, ich werde noch einmal Mami und Ihr könnt alles von Anfang an mitverfolgen.                                  

Im letzen April hatte wieder mal ich für eine Weile "Liebesurlaub" in einer Zuchtstätte.  

Dort lernte ich meinen neuen Gefährten (und Vater meiner zukünftigen Kinder) kennen, der auch dort im Urlaub war... und das nur meinetwegen ;o) 

Er ist ein sehr freundlicher Rüde und hat ohne Murren alle meine Launen und weiblichen Macken über sich ergehen lassen. 

Wir verstanden uns auf Anhieb. 

                    

   

Wir haben viel gespielt und hatten eine schöne Zeit zusammen.

  

            Ihr werdet zugeben, dass wir ein schönes Paar abgaben.

             

Nun, unser Urlaub ging zu Ende und wir fuhren beide wieder nach Hause.                

Und wie schon vor zwei Jahren, wurde ich schon nach kurzer Zeit langsam immer rundlicher.   

     

Dann nach ca. 4-5 Wochen bekamen meine Betreuerin und mein Frauchen dann endlich Gewissheit. Sie fuhren nämlich mit mir ins Zürcher Tierspital zu einer Ultraschall-Untersuchung...

Mein Gott! Waren die beiden aufgeregt! Also ich finde ja, dass das was da einen meiner Welpen darstellen soll, aussieht wie eine Erdnuss!

Und Ihr? 

            

Nun sollte es nicht mehr lange dauern und wir würden erfahren, ob ich Erdnüsse ausgetragen habe... 

 

31. Mai 2007 - Yumi berichtet

Am letzten Sonntag hat mich meine Betreuerin an den Familientag des Schweizer Club für Englische Bulldoggen mitgenommen.

Dort konnte ich allen zeigen, wie schön und dick mein Bauch jetzt ist. Und das Schönste : ALLE haben mich bewundert, gestreichelt und gekrault soviel ich wollte. Ich bekam viele "Jööööhs" und "so härzig" zu hören und das habe ich natürlich voll genossen. Zwischendurch habe ich mich auch in den Schatten zurückgezogen und etwas gedöst. Ich habe aber trotzdem nichts verpasst, weil ich mich nur mit einem Auge richtig ausgeruht habe... ;o)    

     Yumi ca. 6-7. Trächtigkeits-Woche

(Anmerkung X.Ramel: in der Zwischenzeit weiss ich, dass es sehr leichtsinnig wenn nicht fahrlässig war eine hochträchtige Hündin an ein solches Treffen mitzunehmen, wo sie mit vielen anderen Hunden und somit auch vielen Bakterien und Erregern in Berührung kommen würde)

 

 

Juhuuu, sie sind da!!!!

(Kopie der Email versandt durch die Betreuerin nach der Geburt- übersetzt aus dem Schweizerdeutsch)

Nach einer super einfachen Schwangerschaft freuen wir uns riesig, dass Yacuma am 11. Juni 5 Welpen zur Welt gebracht hat. Ein Mädchen, gross, schön und kräftig ist noch beim Tierarzt in den Hundehimmel zurückgekehrt. Aber drei Jungs und eine Prinzessin durften mit nach Hause. Yumi geht es super! Sie frisst, geht spazieren und die Milch fliesst im Überfluss. Mein Rüde möchte die Kleinen am Liebsten dauernd auf die Köpfchen küssen und meine Hündin führt die Oberaufsicht. Die ganze Stimmung ist sehr harmonisch und Yumi scheint sich in ihrer Mutterrolle sehr wohl zu fühlen. Nur Häufchen weglecken...das mag sie immer noch nicht...(Zitat Ende)

(Anmerkung X.Ramel: kein Züchter den ich kenne, lässt andere Hunde(fremde oder eigene)  zu der Mutterhündin und den Welpen ins Welpenzimmer, oder geht mit der Mutter Spazieren bevor die Jungen nicht min. 6 Wochen alt sind . Diese sind in dieser Zeit noch sehr empfindlich und das Risiko, dass Krankheitserreger u.ä. eingeschleppt und die Jungen krank werden (im schlimmsten Fall sogar sterben) ist sehr gross )  

Und nun seid Ihr sicher gespannt auf die ersten Fotos.

Also hier, exklusiv für Euch, die Allerersten!

 

 

25. Juni 2007

(Email der Betreuerin - übersetzt aus dem Schweizerdeutsch)

Ihr habt Euch sicher gewundert, dass es so lange kein Update mehr gegeben hat, aber es war eine anstrengende, verrückte Zeit und das Wohl der Kleinen ging vor. Wir haben uns so sehr über Yacuma's Kinder gefreut. Leider zogen am Donnerstag, als die Kleinen gerade 4 Tage alt waren dunkle Wolken an unserem blauen Himmel auf, denn einer der "Buben" fing um sechs Uhr abends an schlapp zu machen. Sein kleiner Körper wurde kraftlos und er liess sein Köpfchen hängen als ob er gleich sterben müsste. Um sieben konnte ich mit ihm zum Tierarzt, der ihm dann eine Spritze gab. Wir haben alles versucht, aber um halb drei Uhr morgens ist der Süsse wieder in den Hundehimmel zurückgekehrt...das tut so weh. Der Kleine hatte noch sein ganzes Leben vor sich und es ist extrem wie ein so kleiner Kerl einem in ein paar Tagen ans Herz wachsen kann.

Danach verbrachte ich noch mehr Zeit bei Yumi und den drei Babys und habe diese mit Argusaugen beobachtet. Sie waren sehr lebendig, haben gierig an Mami Yumi's Zitzen gesaugt und haben auch schön an Gewicht zugelegt. Der Bub mit der weissen Schwanzspitze hat es auf stolze 500gr. gebracht. Morgens um zwei haben wir uns dann völlig geschafft etwas hingelegt um etwas Schlaf nachzuholen. Als um fünf Uhr der Wecker klingelte, traf uns fast der Schlag. Das "Jumbo-Buebeli" lag leblos in der Wurfkiste! Keine von uns beiden hatte mitbekommen, dass er fortgegangen war. Auch er war einfach eingeschlafen, ohne ein Jammern oder Wimmern und ohne sich zu wehren. Keinerlei Anzeichen einer Krankheit, kein Durchfall! Es war zum Verzweifeln.

Am Samstag ging es auch den beiden Letzten (es blieben die Prinzessin und ein Rüde) sehr schlecht. Aber Yumi und ich haben um die beiden gekämpft obwohl wir langsam am Ende unserer Kräfte waren und wie es scheint sind die beiden über den Berg. Wenn sie trinken dann schmatzen sie so laut, es ist eine Freude ihnen zuzusehen. Sie nehmen schön zu und haben am Sonntag 24.06.07 die Augen geöffnet. (Zitat Ende)

 

Auf diesen Fotos sind die beiden Überlebenden 8 Tage jung.

Es blieben ein Rüde und eine Hündin.

Die anderen seien an einer "Coli-Sepsis"  (Infektion durch Colibakterien) gestorben, hiess es.

 

Rüde

 

Hündin

 

 

01.Juli 2007 (Bericht von unserem Besuch bei Yumi)

Endlich durften wir Yacuma und ihre Kinder wieder einmal besuchen. Die Kleinen sind jetzt fast drei Wochen alt. Hier ein paar Impressionen.

  Der Rüde haut ab...

   

Das Mädchen muss gewaschen werden...

 

Leider ist auch die kleine Prinzessin 2 Tage nach diesen Fotos ganz still und heimlich über die Regenbogenbrücke gegangen. Wir waren untröstlich, dass der "kleine Prinz" nun ganz alleine aufwachsen musste. Wie schön, dass er wenigstens seinen grossen Cousin zum Spielen hatte.

Der Kleine war ca. sieben Wochen jung als sein Mami Yumi seinen Brüdern und Schwestern über die Regenbogen-Brücke gefolgt ist. Wir waren so unendlich traurig für ihn.

Ihm ging es aber weiter gut!Sein weiteres Schicksal könnt ihr unter "YUMI'S NACHWUCHS" nachlesen.

 

Yacuma starb an Leptospirose **, die sie sich als der Kleine ca. 3-4 Wochen jung war eingefangen hat. Mir als Besitzerin wurde nach dem Decken von der längst fälligen Impfung abgeraten, ja sie wurde mir praktisch "verboten", da die Betreuerin befürchtete sie könne eine Fehlgeburt provozieren und dann wäre ja die ganze Mühe umsonst gewesen.. . Die Impfung sollte direkt nach  der Geburt der Welpen nachgeholt werden, was aber nicht der Fall war...

**(Leptospirose ist eine gefährliche Infektionskrankheit, die in 50% der Fälle zum Tode führen kann. Es gibt in der Zwischenzeit viele Variationen der Erreger, gegen welche auch die Impfstoffe nicht mehr immer wirken)

Der Krankheitsverlauf war rasend schnell.

Nach einer Inkubations-Zeit von 2-3 Wochen erbrach sich Yumi, wollte nicht mehr fressen und war auch sonst lustlos. (Tag 1)

Auch die Tatsache, dass man am folgenden Tag mit ihr ins Zürcher Tierspital fuhr -wo sie unzählige Tests über sich ergehen lassen musste- half ihr nicht.

Weil ich am Vortag einen Fuss gebrochen hatte, war auch ich an diesem Tag im Krankenhaus. Erst am nächsten Tag (Freitag/Tag 3) konnte ich zu ihr ins Tierspital wo mich die Betreuerin schon erwartete um genau zu erfahren, was mit Yacuma los war.  

Die Diagnose und Yumi's Anblick waren erschütternd! Ich erkannte meinen Hund fast nicht mehr. Sie sah 10 Jahre älter aus, atmete schwer und hatte (durch die geschädigte Leber/Niere) Gelbsucht.

Die behandelnde Tierärztin erklärte mir, dass die Heilungs-Chancen  bei 50% lagen, falls ich einer Dialyse zustimmte. Aber Yumi würde ihr ganzes Leben unter den Folgeschäden zu leiden haben und Medis nehmen müssen. Das hatte sie nicht verdient! Ich sah meinen  zitronengelben Hund an und entschied mich gegen weitere Quälereien...  Zehn Minuten später war mein Yumi eingeschlafen und ich war wie gelähmt.

Die Betreuerin versprach mir einen Welpen aus dem anstehenden Wurf ihrer Hündin... aber eben...

Hätte ich nicht ein halbes Jahr später einen Welpen - nämlich meinen Harley - bei einer anderen Züchterin gefunden, würde ich wahrscheinlich heute noch auf meinen Bulldog warten...   

 

Das Alles ist nun schon über ein Jahr her und es tut immer noch so weh. Yumi war nicht einfach nur ein Hund... sie war Liebe auf vier Beinen.

Alles was uns bleibt, ist die Erinnerung und ihre Urne im Wohnzimmer.

     

Meine Tochter Carol weint immer noch um sie und auch mir geht es noch manches Mal so wenn ich an sie denke... 

Sie wird uns immer fehlen... 

 

 

COPYRIGHT BY XENJA RAMEL

 

 

 

 



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