
Appenzeller Witze

Ufgschnappet ond gsammlet vom
Hampe Zörcher
Zemegstellt im Appezöllerdialekt ond ergänzt im Hochdütsch
» Kennid ehr de Chrömer Bodemaa? » - « Joho, mee as ebe! Ehr määnid doch deä mit em Affegsicht? Was ischt mit dem? » - « Jä, i ha gad wele säge, ehr gliichid em uuf ond baar! »
« Kennt ihr den Kaufmann Bodenmann? » - « Ja mehr als nur! Ihr meint doch den mit dem Affengesicht? Was ist mit dem? » - « Ja, ich wollte nur sagen, dass ihr ihm gleicht wi aus dem Gesicht geschnitten! »
» Woromm werscht du en Chrischt gnennt, Seppli? » frööget de Pfarrer im Religionsontericht. « Jo, seb neent mi ebe au wonder » meent de Seppli.
« Warum wirst du ein Christ genannt, Seppli? » fragt der Pfarrer im Religionsunterricht. « Ja, das würde mich auch wunder nehmen » meint Seppli.
E Büebli het bleeged. Do het e Frau, wo grad vorbii cho ischt gfrooged, was er denn au hei. « s het mer en s Znünibrot in Bach ine gworfe! » - « Jä mit Absicht? » - « Nää, mit Schmalz droff! »
Ein Knabe weint. Eine Frau, die gerade vorbei geht fragt, was er denn auch habe. « Einer hat mein Vesperbrot in den Bach geworfen! » - « Ja, mit Absicht? » - « Nein, mit Butter darauf! »
De Lehrer: « De Alkehol ischt e Gift. Wer wääss en Bewiis do de för? »
S' VreneIi hebet uuf, ond säät: « Jedesmool, wenn de Vatter en Stüüber he bringt, weerd d' Muetter giftig.»
Der Lehrer: « Der Alkohol ist ein Gift. Wer weiss einen Beweis dafür? » Das Vreneli meldet sich und gibt zur Antwort: « Jedesmal, wenn der Vater einen Rausch nach Hause bringt, wird die Mutter giftig.»
E Gmendsgricht püesst en mit föfzg Franke. Dröberabe säät de: « D' Hälfti vo de Richter sönd Schelme! » Er ischt ufgforderet worde, die Wort z'rock znee. Do säät er: « D' Hälfti vo de Richter sönd e kä Schelme! »
Ein Gemeindegericht büsst einen mit fünfzig Franken. Darauf sagt dieser:« Die Hälfte der Richter sind Diebe! » Er wurde Aufgefordert, dies Worte zurück zu nehmen. Da gibt er zur Antwort: « Die Hälfte der Richter sind keine Diebe! »
Z Urnäsch hönne chont emol de Kondiktör dezue, wo e Muetter im Zog inne erem Bueb leenggs ond rechts e Ohrfiige ggee het, as de am Tüüfel ebe au tüüfels Schrää lou het. De Bähnler het khörig uufbeegehrt, das sei etzt au gär e ke Tue. Die Frau het si do e chli verexgüsiert ond säät: « Tüend entschuldige, s ischt mer halt ebe öbersotte. Necht ischt mi Medl i andere Omstend vo Zöri heechoo, am Morge em Zwää denn ebe de Maa mit e me allerwelts Ruusch, vor i deheem ggange bi, het de Chlii no i d Hose gschesse, de doo het vorig s Buleetli gfresse ond jetzt merki, as i au no im letze Zog inne bi. »
Bei Urnäsch sieht der Kondukteur, wie eine Mutter ihrem Sohn links und rechts eine Ohrfeige gib, sodass dieser laut zu schreien beginnt. Der Eisenbahner reklamiert und verurteilt diese Behandlung. Die Frau entschuldigt sich und sagt: « Es tut mir leid, es war mir alles zu viel. Gestern Nacht ist meine Tochter in anderen Umständen aus Zürich nach Hause gekommen, am Morgen früh um zwei dann mein Mann mit einem allerwelts Rausch, bevor ich zu Hause weg -gegangen bin hat der Klein in die Hosen geschissen, dieser da hat soeben das Billet verschluckt und jetzt merke ich, dass ich auch noch im falschen Zug sitze. «
De Lehrer froget de Seppli: « Wegeromm bischt Du gescht nüd i d ' Schuel cho ?» « D Grossmuetter ischt halt gschtoorbe», säät de Seppli. « Was het si denn kha?» froget de Lehrer.
« Lungeentzündig».
« Jo, was Du nöd sääscht, vor drei Tääg ha si no vor em Huus of em Bänkli gsee.»
De Seppli säät denn :
« Wössed, Herr Lehrer, es ischt halt no en ärztlechi Behandlig de zue cho.»
Der Lehrer frägt Seppli: « Warum bist Du gestern nicht in die Schule gekommen? » « Meine Grossmutter ist gestorben», antwortet Seppli.
« Was hatte sie gehabt?» fragt der Lehrer. « Lungenentzündung ».
« Was Du nicht sagst, vor drei Tagen habe ich sie noch auf der Bank vor dem Haus gesehen.»
Darauf sagt Seppli: « Wissen Sie, Herr Lehrer, es kam halt noch eine ärztliche Behandlung dazu.»
"Du Fredli", fröget de Karl, "wääscht au woromm ass bi de Bankgebäud öberal Gitter vor de Feeschter häd?" - "Kä Aani!" - "Jo da ischt äbe, as si d Lüüt, wo drinninne wärchid, si langsam draa gwöönid."
" Du Fredi, weist Du warum es bei Banken Gitter an den Fenstern hat?" – " Nein " – Ja, das ist deswegen, dass sich die Menschen, die darin arbeiten, sich langsam daran gewöhnen.
"Schinnts häd min Hond Eueri Schwigemueter is Bää pesse. Velangid Eer Schadenersatz?" - "Jo hetocht, im Gegetääl, i chauf Eu de Hond ab."
" Ich habe gehört, dass mein Hund ihre Schwiegermutter in die Wade gebissen hat. Verlangen sie Schadenersatz? " – " Nein, im Gegenteil, ich kaufe ihnen den Hund ab.“
Berteli, e zweiklässleri, chont hee ond frooget d'Mueter: " du Mueter, wa schaft ösere Lehrer äägetlech, er ischt jo de ganz Tag bi öös ? "
Berteli, eine Zweitklässlerin, kommt heim und fragt die Mutter: "Du Mutter, was arbeitet unser Lehrer eigentlich, er ist ja den ganzen Tag bei uns?“
Zwoo elteri Fraue sönd ame Sonntigmorge i de Kerche ghocket. Wo’s erni Gebetsbüecher os de Handtäsche zoge hönd, ischt enere e Bess zom Täschli uus gheit. Do säät die ander „ Jä, hesch du e Ersatzbess ? „ „ Nee „ , mänt die mit em Bess, „ Wäscht i has mim Alte no e weg gno, dass er de Sonntigsbroote mer nöd vorher scho e weg fresst ! „
Zwei ältere Frauen sassen am Sonntagmorgen in der Kirche. Als sie ihre Gebetsbücher aus der Handtasche nehmen, fällt einer ein Gebiss heraus. Da sagt die andere „ Ja, hast du ein Ersatzgebiss? „ „ Nein, ich habe es meinem Mann weg genommen, dass er nicht vorher schon den Sonntagsbraten wegfressen kann! „
De Chlinseepli het sini Frau agjoomered, e hei doch jetz e ooverockts Chopfweh. D Frau het en tröschted: «Jo göll, du guete, ond denn no grad am tömmschte Oot.»
Sepp jammert seine Frau an, er habe ein wahnsinniges Kopfweh. Seine Frau tröstet ihn: «Ach ja, du Guter, und dann noch am dümmsten Ort.»
De Pfarrer frooged i de Schuel a de Goofe, wer deheem no s Tischgebet beti. E Meedli häbed uuf, ehren Vatter tües no öppenemol, grad hütt hei er wider luut gsäät: «Mein Gott, ischt das wider en Fraass.»
Der Pfarrer fragt die Kinder in der Schule, wer daheim noch ein Tischgebet spreche. Ein kleines Mädchen hebt die Hand und meint, ihr Vater bete es noch ab und zu. Gerade heute hätte er wieder laut gesagt: «Mein Gott, ist das wieder ein Frass!»
De Tokter ischt öbe de Chölcheblatz glaufe.
Uff de Fredhofmuur obe hocked ase trüebselege de Totegreber. Er het de Tokter aagjoomered, es laufi di letscht Zitt eefach nütz. Doo säät de Tokter: «Wells du bischt, bsoogder denn uff de Friitig zwee.»
Der Dorfarzt lief über den Kirchplatz. Auf der Friedhofmauer sass ganz betrübt der Totengräber und jammerte den Doktor an, es laufe die letzte Zeit überhaupt nichts. Da meinte der Doktor: «Weil du es bist, besorg ich dir auf Freitag zwei!»
De Lehrer erkläärt de Goofe d'Reptilie. Das seiid Tiere, wo nüd chönid stoh ond laufe ond gad uff em Bode omechrüüchid, ond öb nebed ees chenni. «Minn andehalbjährige Brüeder», rüeft s'Merianneli.
Der Lehrer erklärt den Kindern die Reptilien. Das seien Tiere, die weder laufen noch stehen könnten und nur auf dem Boden umherkriechen würden und ob denn jemand so eins kenne. «Mein eineinhalbjähriger Bruder!» ruft Merianneli.
En Amtsmaa het möse em eeschte Augschte d'Red haa. Vorai ischt er amene Maa us em Volk go frooge, wie er mit so ener Red bi de Lüüt em beschte aachiem. Do säät de seb: «Wenns nüd waul chascht, machs choz, ond weenns waul chascht, no chözer.»
Ein Politiker hatte am ersten August eine Rede zu halten. Zuvor erkundigte er sich jedoch bei einem Mann aus dem Volk, wie er mit so einer Rede bei den Leuten am besten ankäme. Da meinte dieser: «Wenn du's schlecht kannst, mach's kurz, wenn du's gut kannst, noch kürzer!»
D'Katrii frooged am Jock: «Du, vo wem het doch öseri Meedl ehres bös Muul?» Do säät de Jock: «Vo deer ämel nüd, du hesch es no.»
Kathrin meint zu Jakob: «Du, von wem hat unsere Tochter doch ihr freches Gehabe?» Da meint dieser: «Von Dir jedenfalls nicht, Du hast Deines noch!»
Zwee Multüüri hönd Zitig glese. Jede het gad gsäät
« Josoo! » En Drette het noch em lese gsäät: « Josoo! Josoo! » Än vo de erschte zwee ischt denn uufgstande ond het gmänt: « Du, chomm, me gönd, das ischt en Schwätzer! »
Zwei Schweigsame haben Zeitung gelesen. Jeder sagte nur « Jasoo » Ein dritter sagte beim Zeitung lesen « Jasoo! Jasoo! » Einer der ersten beiden ist aufgestanden und sagte: « Du, komm wir gehen, das ist ein Schwätzer! »
E Büebli hett söle dehääm en Ufsatz mache: " unser Hund ". Er het de Ufsatz nöd gmacht, aber am nöchschte Tag gsääd: « Herr Lehrer, chönd ehr ösere Hond bitti gad selber cho aaluege! »
Ein Knabe sollte zu Hause einen Aufsatz schreiben: " Unser Hund ". Er schrieb den Aufsatz nicht, sagte aber am anderen Tag dem Lehrer: « Herr Lehrer, kommen sie doch bitte zu uns, sie können dann unsern Hund selber anschauen! »
Än mänt: « Wennd s mit eme Advokat z tue hescht, so gönd deer d Auge uuf! » Do säät de ander: « Joo, ond wenn zommene Tokter gohscht, so gönd s deer zue! »
Einer meint: « Wenn man mit einem Advokaten zu tun hat, gehen einem die Augen auf! » Da sagt der andere: « Ja, und wenn du zu einem Arzt gehst, gehen sie dir zu! »
« Wa, ehr wönd mini Töchter hüroote? Chönd ehr denn öbehopt e Frau onderhalte? » - « Jojo, seb den no eerber sicher; all Lüüt sägid, i hei en guete Humor! «
« Was, sie wollen meine Tochter heiraten? Können sie denn überhaupt eine Frau unterhalten? « - « Jaja, das denn sicher schon; alle Leute sagen, ich hätte einen guten Humor! »
Zwee Stammtischkollege sönd of em Hääweeg. Do säät de ää: « Wenn i jetz denn häächom, choched mini Frau vor Wuet. » Droffabe mänt de ander : « Denn hescht aber Gfell; i chomm om die Zitt nütz Warms me öber. «
Zwei Stammtischkollegen sind auf dem Nachhauseweg. Der eine sagt: « Wenn ich jetzt nach Hause komme, kocht meine Frau vor Wut. » Darauf antwortet der andere: « Dann hast du aber noch Glückgehabt, ich bekomme um diese Zeit nichts gekochtes. »
De Köbi chonnt mit em Schuelzügnis hää ond rüeft em Vatter scho vo wiitem entgege: « Gell, Vatter, d Hoptsach ischt, as mer zwee gsond sönd ! »
Der Köbi kommt mit dem Schulzeugnis nach Hause und ruft seinem Vater schon von weitem zu: « Gellt, Vater, die Hauptsache ist, dass wir zwei gesund sind! »
En alts Appezeller - Fraueli frööged ere Maa, öb er wider hüroote wör, falls si sterbe sött. Er hed gschtande: « Nä ää Kathri! E besseri chäm i doch nüd öber, ond e glichigi wett i nomme!»
Ein altes Appenzeller - Fraueli fragt ihren Mann, ob er wieder heiraten würde, falls sie sterben sollte. Er gestand: « Nein, Katharina, eine bessere bekomme ich doch nicht, und eine gleiche will ich nicht mehr! «
E Büebli froogt em Vatter: « Wie lang bischt scho ghüroote? » De Vatter sääd: « Föfzeh Johr. » Droff s Büebli: « Ond wie lang moscht no? »
Ein Knabe fragt seinen Vater: « Wie lange bist du schon verheiratet ? » Der Vater sagt: « Fünfzehn Jahre. » Darauf der Knabe: « Und wie lange musst du noch? »
E Büebli het bim Metzger zwoo Wöörscht möse hole. Onderwegs het er nüd chöne wederstoh ond het halt eeni devoo gesse. D Muetter het en denn gfrooged, wonn er di ander hei. S Büebli het off di verblebe Woorscht zääget ond gmeent: « Ebe, da ischt jo di ander! »
Ein Knabe musste beim Metzger zwei Würste holen. Unterwegs konnte er nicht widerstehen und hat eine aufgegessen. Die Mutter fragt ihn, wo er denn die andere habe. Der Knabe zeigt auf die verbleibende Wurst und antwortet: « Eben, das ist ja die andere! »
« Du, s hed mer trommt, de Tüüfel hei di wele hole. Er hei di aber möse stoh ond goh loo, denn öber Berg ond Tal hei er dii nüd möge träge, on de Srooss noe hei er si gschämmet mit deer! »
« Du, es hat mir geträumt, dass der Teufel dich holen wollte. Er musste dich stehen und gehen lassen, denn über Berg und Tal konnte er dich nicht tragen, und der Strasse nach hätte er sich geschämt mit dir!»
» Guete Morge, Chuered! Hescht guet gschloofe? » - « Joheijo, Hannes. ond denn no malefiz guet! » - « Denn bischt aber weleweg nüd of dim Gwösse glege! »
« Guten Morgen, Konrad! Hast gut geschlafen? » - « Heja, Hannes, und denn noch besonders gut! » - « Dann bist du aber wahrscheinlich nicht auf deinem Gewissen gelegen! »