Morgenstimmung
Schatten der Bäume entflieh´n dem Dunkel der Nacht,
der Morgen nun langsam von seinem Schlaf erwacht.
Silbern mit feinen Nuancen von Grau,
wird alles beleuchtet, wohin ich auch schau.
Langsam doch stetig, wird das Grau immer heller,
der Pulsschlag des Tages schlägt nun immer schneller.
Der Schnee reflektiert das steigende Licht,
die Landschaft nimmt Form an, bekommt ein Gesicht.
Ein mutiger Vogel, im Baum gut verborgen,
schmettert sein Lied, in den erwachenden Morgen.
Und so wie der Vogel, so warte auch ich,
ob die Sonne uns schickt, ihr wärmendes Licht.
Zartgelb erhebt sich im Osten der Schein,
Die Sonne, ich freu mich...
So soll es sein.
© Alfred Stadlmann
Melancholie
Dein Lächeln lässt mein Herz erstrahlen,
dein Weinen mir ne´n wehen Bauch,
du lässt mich hell wie düster malen,
mich streift ein bittersüsser Hauch,
Der oft durch meine Tage wandelt,
mit seinem Sehnsuchts-Glockenklang,
und Freude mit der Trauer bandelt,
sind Sonnenpfade trist und lang.
Danke für dein traurig schönes Wesen,
welches mir Licht und Schatten bringt.
Doch deine Noten möcht ich nur lesen,
wenn dein Lied in mir von Liebe singt.
© Rosanna Maisch
Klagemauer
Schütte aus du deine Trauer
komm zu mir mit Freud und Schmerz
bin für dich die Klagemauer
öffne weit für dich mein Herz.
Bin für dich dein Zufluchtsort
mein Geist der Liebe will dich tragen
wenn deine Seele ausgedorrt
und Zweifel dich zernagen.
So darf auch ich mich an dich schmiegen
wenn mir dann wird der Tag zur Nacht
bringst du die Tränen zum Versiegen
gibst m i r was i c h dir zugedacht.
© Maria Pfanzelt
Sanfte Fussstapfen
Gefühllos
hörst du immer noch
die Farben deines Herzens
in deinen Träumen blühen.
Siehst immer noch
neblige Bilder
und die Pfade durch
das feuchte Heu.
Hast immer noch
den Winterduft in der Nase,
ein dunkler, an der Zunge
haftender Dornengeschmack.
Und gefühllos,
vor dem Berg anhaltend,
bemerkst du den Wind nicht
der dich wieder zu dir führt.
--> ursprünglich in Rätoromanisch:
fastitgs fleivels
Senza sentiments
audas aunc adina
las colurs da tiu cor
flurend en tes siemis
Vesas aunc adina
ils maletgs da neblas
ed ils trutgs atras
il fein humid
Has aunc adina
l’odur digl unviern el nas,
in gust stgir da spinas
che tacca sin la lieunga
Senza sentiments
eis s’arretada avon il cuolm
ed encorschas buc il vent
che meina tei puspei tier tei.
© Daniela Flepp
Fründe
Mängisch
sind mier blind
- Liechtspieli,
Blueme,
lachendi Gsichter,
trurigi Auge,
es chlises Wunder -
mier gsehn’s nid.
Defür vergesse mier
kei Hand,
wo üs gfüert hett
kei Auge,
wo üsi Gfühl gseh hend
kei Lippe,
wo üs ermüetigt hend
Die Mänsche
blibet eus
im Härze,
ohni Wort,
ohni Erchlärig -
eifach so -
es Läbe lang
© Daniela Flepp
Danke für deine Missgunst
Morgen werde ich fröhlich sein,
denn Schmerz muss jetzt entweichen.
Einfach ist der Hang zur Traurigkeit
schwer sich davon loszureißen.
Morgen werde ich übermütig sein.
Lachen auch wenn es keinen Grund gibt,
wenn du innerlich weinst,
bist du ein Fressen
für jene, welche es genießen
wenn du am Boden liegst.
Ich bin nicht mehr dein Ziel
willkürlicher Schikanen,
auch wenn du Stärke mimst
lässt Freude Missmut schlagen.
Danke für deine Missgunst
Danke, dass du meine Schwäche störst,
aus diesem Tief heraus
wirst du für mich ein Katzenschmaus.
© by Anna Burstedde-Raptis
freundschaft
freundschaft durfte ich erfahren
gar reichlich unschätzbar
half mir manch schwere bürde tragen
ein geschenk ganz wunderbar
verständnis ohne viele worte
ein mensch ganz einfach für mich da
bei dem mein ich sich selbst sein durfte
der mir in meine seele sah
bedingungslos dir zu vertrauen
entblösst von jedem falschem schein
durfte jede maske fallen
um auch schwach ganz mensch zu sein
© Gerhard Christen
Die Zeit steht still
Die Zeit steht still
nur der Wind pfeift
leise um die Ecken
Bleib wie angewurzelt
stehn
lausche kurz
dreh mich nicht um
die Worte stumm
Bis plötzlich alles
weitergeht
wird mir bewusst
die Zeit bleibt
niemals stehn
S’war nur ein Traum
© Edina Di Napoli
Ein Zauber
Wenn ein Zauber mich entführte,
in die Lüfte hoch hinaus.
Ich Flügel sanft im Nacken spürte,
göss´ ich meine Tränen aus.
Setzte mich still auf eine Wolke,
weinte Sehnsucht leis hinab.
Ich machte dich, weil ich es wollte,
der warmen Ströme richtig nass.
Du würdest schauen in den Himmel,
wo nur ein Wölkchen ist zu seh´n.
Und ich würde für dich ìnen Schimmel,
mit Winden zu dir runter weh´n.
Zögertest nicht,
dich drauf zu schwingen,
für den Weg ins Himmelblau.
Vertraue mir, dir würd´s gelingen
der zwei Herzen Brückenbau.
Gelangst du dort, wo ich schon warte
in schnellem Trabe endlich an.
Brauchen wir keine Himmelskarte,
für Wege, der man sich besann...
Und all die Zeit der sehnend Stunden,
die wir recht lang, mussten verleben.
Wäre für immer ganz verschwunden,
wenn unser Hände sich verwebten.
© Kerstin Langenbach
Naturbetrachtung
Rot
leuchtender Fliegenpilz
schimmert am Waldessaum
Nebelschleier wartet auf Sonnentanz,
Herbstfreuden
Herbstfreuden
ein Spaziergang
durch malerische Natur
letzte Wiesenblumen im Morgentau,
Paradieswunder.
***><***
© Edelgunde Eidtner
Rauschende Tannen
Leise rauschen
die breiten
Zweige der
hohen Tannen
im Abendwind,
in ihrem Geäst
wispern leise
die Tannenmeisen
ihr sanftes Abendlied,
Ein Käuzchen
läßt seinen
Jagdruf ertönen
und die Meisen
verstummen zur
Nachtruh’.
© Karina Onana
Gelassenheit
Lass mich meine Enge weiten,
zu neuem Leben mich verleiten,
lass mich durchkreuzen des Zerstörerischen Plan,
Freiheit leben wie ein Schwan,
lösen mich aus der Gefangenschaft alter Muster
und sein meines Glückes eigener Schuster.
Dann werd ich diesen Himmel berühren,
der Weg wird mich zu den Sternen führen,
den Schönsten werd ich für mich pflücken
und meine Seele damit schmücken.
Befreit von der Angst werd ich all das haben
und mich an der Quelle der Gelassenheit laben.
© Maria Pfanzelt
Du mein Gedicht
Du mein Gedicht
Du strömst duftig mild
wie eine Magnolienblüte
oder dominierend herb
aus einer Mischung von Amber
Moschus und Jasmin
Du bist
der Stoff aus dem meine
Träume sind
Das Sonnengeflecht
meines Herzen.
Der Regen auf meinem Gesicht
Du bist
in tiefer Nacht
der silberne Sternenstaub
in meinen Händen
Du
bist mein Ventil
für meine Gabe
meine Schwäche
meine Stärke
mein Lebensgefühl
Du
stehst mir nah,
und mir zur Seite
Bist meine Gefährtin
bei Tag und bei Nacht
in guten wie
in schlechten Zeiten
Du
bist mein Denken
mein Schreiben
mein Lachen
mein Weinen
meine liebliche Poesie
bist mein inneres Licht
meine gedachte Melodie
Du mein Gedicht
© Rosanna Maisch
Sternenschön
Sah einen Stern am Himmel steh’n
und nicht nur so und aus Verseh’n
für Dich ist er, zum Leuchten schön
soll in der Nacht hell aufersteh’n
und Funken sprühen, neu erglühen
in Deinem Herzchen, wenn Du schläfst
Hab ihn da gerne hingezaubert
wie Blumen in ein Lichtermeer
ich denk an Dich, ich mag Dich sehr
und weißt Du, was das Beste ist?
Dass Du, weil Du geboren wirst
an jedem Morgen frisch und frei
und sternenschön durch Liebelei
das Fest der Feste hier auf Erden bist.
@Anke Scholz
Fenster öffnen
Krafterfüllte Räume
öffnen sich mir – weit –
Horizont verschmilzt
mit Unendlichkeit
Ich gefangen – noch –
Hüllen von sich streift
Einheit anerkennt
und nach Sternen greift
neu sich selbst erträumt
außen – innen – findet
Perlenlichter sammelt
Grenzen überwindet
wie ein Seelenvogel
der ins Freie drängt
und mit weiten Schwingen
alles Sein umfängt.
© Monika Schudel
Hoffnung
kann überall wachsen
im tiefsten Inneren
jeder Ritze
meiner Seele
wie ein Pflänzchen
ein kleines
das sich überall
zwischen drängt
es will gegossen
und gehegt werden
achte nur drauf
dass niemand es
.... ausreißt
© Karin Ernst
Moment in der Stille
Nur blass noch wiegt der Mond
in den Wellen des Sees.
Und murmelt’s leis
aus dichtem Schilfgewächs,
lausch still ich jedem Wort
das mit dem Winde flieht.
Weicht wie die Nacht,
doch lang bevor es fort,
fang ich es auf,
nur ein Moment,
der in der Stille blüht.
© by Wolfgang Scholmanns
Herzbeben-Seelenfunkel-Glück
Aus der Wirrnis pupurner Hallen
unserer beider bebenden Herzen
verströmen süßeste Duftfetzen
die wie Sterne auf uns niederfallen
entzünden hell und schnell gedeihen
aus allen Herzkammerzellen
ihre Funkenflüge in zarten Wellen
die unserer Seele Flügel verleihen
Herzbeben-Seelenfunkel-Glück,
* das * sind * wir
© Rosanna Maisch
Erfüllte Liebe
Es rauschen des Meeres Wogen,
das Segel reckt sich im Wind,
ein Sonnenstrahl malt einen Bogen,
dessen Farben so wunderbar sind.
Leis gleitet durch blaugraue Lüfte,
ein Albatros über das Boot,
der Abend birgt prickelnde Düfte,
und sein Lied wiegt sich im Abendrot.
Bald schon mit sanft silbrigem Lachen,
schaut der Mond auf zwei Herzen im Glück,
und die Nacht wird ein Feuer entfachen,
das die Liebe erfüllt, Stück um Stück
© by Wolfganf Scholmanns
mein innerer Raum
mein innerer Raum glänzt
strahlend nach außen
mein äußerer Rahmen glänzt
reflektierend nach innen
von innen nach außen
-gepflegt
von außen nach innen
-gereinigt
und miteinander
im Fluß
© Rosanna Maisch
Flügel
Flügel
die dich zart berühren
zu einem neuen Leben verführen.
Nur ein Hauch
der vorüberzieht.
Licht
das dir leuchtet.
Liebe
die das Herz dir öffnet.
Aufgewacht!
Nimm
nun deine Flügel
und berühre ganz sacht
bis wieder jemand erwacht.
© Gabriela Erber
Erwachende Natur
Hauch deine Gedanken
leise über den See
das Silber des Frühlichts
leuchtet wie tanzender Schnee
uferweit wellend
verträumt er den Tag
wandelt auf Spuren
einer traumschönen Nacht
ein Stern lautlos wacht
es sinken die Flügel
ein Lächeln verstummt
- es ist wieder Nacht
© Margit Farwig
Rose
Stell dir mal vor, du wärst eine Rose;
nicht möglich sagst du - aber sehr Speziell!
Stehst aufrecht da - in der schönsten Pose,
Außen sehr Dunkel und ganz Innen so Hell.
Deine Farben, sie leuchten, geheimnisvoll zart.
Verrätst dein Geheimnis nicht Weit und Breit.
Bist manchmal verschlossen - so ist deine Art.
Die schönste Pracht zeigst nur - zu deiner Zeit.
Deine Dornen, sie stechen die Unbedachten;
erinnern uns stets, an den Weltenlauf:
Kein Glück ohne Leid und kein Licht ohne Schatten.
Das Schöne wiegt mehr - ich Wette darauf.
Du duftest gar lieblich - so betörst du die Menschen,
obschon deine Pracht nun dem Ende zu geht.
Wer dich je gesehen, gerochen, wird wünschen,
dass deine Schönheit hier - noch lange besteht.
© Markus Oderbolz
Poesie
P O E S I E ist feinfühlig und zart
O deur für alle Sinne zugleich
E inzig, vollkommen in ihrer Art
S innlich, leichtfüßig und verliebt
I nnig und schön wie eine Melodie
E del, gut, träumerisch und verspielt
P o E s i E
© Rosanna Maisch