Ein ernster Mensch zu sein braucht nicht viel, Humor zu haben ist da schon viel schwieriger. Lachen ist gesund, über sich selbst zu lachen noch viel gesünder. Meine ironisch-witzigen Gedichte sollen zum Lächeln und zum Nachdenken einladen...
Schuldenberg
Da gibt es einen Lauratius Kählin in Luzern
Der findet Schuldenmachen heute modern
Wenn selbst Kantone, der Bund und die Länder
Sich gesellen zu all diesen Geldveschwender
So lässt sich der Kählin das nicht zweimal sagen
Macht mit häuft Schulden an ganz ohne zagen
Er kauft ein ob er es brauchen kann oder nicht
Hauptsache er beleibt sich treu und seiner Pflicht
So haben sie nun Alle Schulden noch und nöcher
Doch keiner denkt an das Stopfen dieser Löcher
Die Banken vergeben Kredite an diese Spinner
Nur die Banken sind bei diesem Spiel Gewinner
Selbst die Zinsen tilgt man mit Krediten dann
Doch zu Bergen wachsen nun die Schulden an
Die hohe Zinslast lässt so manchen wanken
Aber sie holen munter weiter Geld auf Banken
Selbst Kommunen haben weltweit hohe Schulden
Verteilen munter weiter Gelder an ihre Kunden
Nur dem Lauratius Kählin holen diese Barbaren
Was mühevoll er angesammelt in all den Jahren
Es bleibt dem Armen nichts übrig als Schulden
Die muss er nun sein ganzes Leben lang dulden
Die Reichen derweil weiter nehmen und klauen
Und unersättlich an ihrem Schuldenberg bauen
Geneigte Leser ich bitte Euch nicht zu verblassen
Zum Schluss werden diesen die Schulden erlassen
© Hans-Peter Zürcher
Karriere
Da gibt’s ein Meier Alois in Bünzen
Der sammelt leidenschaftlich Münzen
Eine seriöse Bank ist sein Arbeitsort
Er erteilt dort Auskünfte Wort um Wort
Doch bald wird ihm das zu dumm
Ob sein Handeln gut ist oder krumm
Das wird sich weisen dann zum Schluss
Erst wird es kommen wie’s kommen muss
Er sucht sich einen neuen Arbeitsort
Steigt ein als erfahrener Finanzmann dort
Beginnt mit Aktien aller Art zu handeln
Ansehnlich soll sich sein Konto wandeln
Seine Kariere steigt nun steil nach oben
Alsbald wir er zum Direktor angehoben
Immer grösser wird nun sein Wahn
Nahm sich auch heimlich Kundengeldern an
Aus Millionen werden Milliarden
Verschwinden in löchernen Schubladen
Größenwahn macht nun sich breit
Vorbei ist seine biedere Ehrlichkeit
Kunden werden rundum belogen
Und um all ihre Ersparnisse betrogen
So stielt er weiter was ihm anvertraut
Verhindert dass man in seine Bücher schaut
Doch eines Tages kommt all das ans Licht
So dass es dem Meier sein Genick ihm bricht
Nun hat er nichts mehr der Alois aus Bünzen
Nicht einmal mehr seine einst so geliebten Münzen
Wer nun denkt es ginge allen Bänkern so beschissen
Der hat sich arg geirrt denn die sind gerissen
Sie haben all das gestohlene Geld auf der Seite
Nur die Betrogen die sind nun völlig pleite
© Hans-Peter Zürcher
Größenwahn
Ein Basler namens Heiri Hasenfratz
Hat den Verleider alles sei für die Katz
Er schufte Tag und Nacht und komme nicht weiter
Ein stetes hin und her und täglich auf der Leiter
Vom Morgen in der Früh bis spät in die Nacht
Arbeite er durch ohne dass er eine Pause macht
Macht er dann endlich Schluss zu später Stund
Ist er völlig fertig und müde wie ein gejagter Hund
So baut er nun seit Jahr und Tag man glaubt es kaum
An einem riesengroßen hohen braunen Zaun
Mitten drin plante er führ sich als sein eigener Boss
Ein riesig großes und helles Traumluftschloss
Durch seinen ausgespielten Größenwahn
Verlor er nach und nach all seine Freunde dann
Es wär dem Hasenfratz wohl besser gekommen
Hätte er nicht so große Wünsche gesponnen
© Hans-Peter Zürcher
Heimweg
Ein Berner namens Zürcher Hampe
Tut auf dem Heimweg gerne schlampe
Ein Bierchen da, ein Bierchen dort
Schon ist sein letztes Tram dann fort
Nun steht er da der arme Mann
Und muss zu Fuß nach Hause dann
So kommt’s wie’s kommen muss nun eben
Schließlich kann er nicht nach Hause schweben
In den frühen Morgenstunden nun wie immer
Schleicht er ganz leis ins angetraute Ehezimmer
Holt sich noch schnell einen Stuhl ganz sacht
Doch sein Annerösli ist ob diesem Krach erwacht
Sie ruft was soll denn dieser Stuhl hier oben
Und beschimpf den Hampe in Grund und Boden
Er setzt sich auf den Stuhl ganz keck und lacht
So sitz ich nun in der ersten Reihe wenn es kracht
Doch ob dem Geschrei wird ihm angst und bange
Denn dieses Theater das kennt er ja schon lange
So zieht es ihn dann eben zurück und fort
Mit dem ersten Tram an seinen Arbeitsort
Doch an diesem Abend wird der Zürcher Hampe
Wohl nicht mehr auf seinem Heimweg schlampe
© Hans-Peter Zürcher
Steine
Ein Zürcher namens Peter Keller
Meint er sei schlau und ein heller
Er könne mit seiner Art und Weise
Die Welt bereisen und das nicht leise
Es ging nicht allzu lang so musste er erkennen
Dass man mit Worten nicht sehr weit kann rennen
Taten sind gefragt und nicht grosse Worte
Dies musste er erfahren an so manchem Orte
Lügen verbreiten und böse schimpfen
Nur immer sein Ich mit Lob beimpfen
So kehrte er um und das war gut und weise
Geht nur noch in seinem Garten nun auf Reise
Dort räumt er nun auf die vielen Steine
Die er anderen gelegt hat zwischen die Beine
© Hans-Peter Zürcher
Scheinheilig
Das Rösli Frischknecht aus Appenzell
Pilgert täglich gern zur nahen Kapell
Sie ist gar fromm und in sich gekehrt
Wenn sie dort all ihre Heiligen verehrt
Scheinheilig überlaut und vehement
Ist sie zu hause wie sie keiner kennt
Dies ist nicht gut und das ist nicht recht
Du arbeitest schlechter als der Knecht
Ihr armer Mann ist ganz in sich gekehrt
Wenn sie fluchend all ihre Heiligen verehrt
© Hans-Peter Zürcher
Schall und Rauch
Der Jakob Fitze aus St. Gallen
Lässt öfter mal einen Böller knallen
Es freut sich wenn es knallt und brennt
Und jeder Nachbar an sein Fenster rennt
Wenn lautstark die Raketen steigen
Nennt er die Umwelt schnell sein Eigen
Denn Schall und Rauch vergehen schnell
Ein Lüftchen bläst gleich wird’s wieder hell
Der Verkehrslärm lässt nicht auf sich warten
Nun lärmt dieser und stinkt in Raten
Der Regierung schreibt nun Jakob einen Brief
Er sei sauer und ersticke fast in diesem Mief
© Hans-Peter Zürcher
Moral
Eine Frau namens Engler Frieda aus Baden
Schämte sich ihrer allzu krummen Waden
Auch im Sommer ging sie tagein tagaus
Selbst bei Hitze nur in langen Hosen aus
Doch einmal man kann es kaum fassen
Hat sie die Hose zu Hause gelassen
In kurzem Kleide mit ihren krummen Waden
Spazierte sie durch die City von Baden
Beschaut ihr Spiegelbild in einem Fensterglase
Und erschrak ob ihrer allzu großen Nase
Was soll’s ich bin doch nur ein Mägdelein
Mit frohem Mut und reinem Herzelein
Ob krumm oder groß das war nun egal
Das wichtigste ist man hat Moral
© Hans-Peter Zürcher
Bescheiden
Der Hannes Maier aus Bad Reiden
War stets anständig und bescheiden
Schaffensfroh und von ehrlicher Natur
Arbeitet er täglich auf seinem Lande nur
Doch eines Tages wurde er gewählt
Die Politik nun zu seinem Umfeld zählt
Vorbei war plötzlich nun das Schaffen
Täglich an Sitzungen in Zeitungen gaffen
Ein wenig Heucheln da und Lügen dort
Viel Reisen von einem zum anderen Ort
Wie tut das den lieben Hannes plagen
All diese sinnlosen Reden an Feiertagen
Er wird fast Krank ob all dieser Sachen
Verleidet ist ihm das Reden und Lachen
Wär lieber als Bauer draußen in der Natur
Als stets im Rampenlicht als Politiker nur
Nun nennt er sich wieder selbst sein eigen
Verzichtet gern auf all diesen Politreigen
Lebt wieder anständig und bescheiden
Der Hannes Maier aus Bad Reiden
© Hans-Peter Zürcher
Gesund
Der Fredi Merz aus Grabs
Besuchte letzthin seinen Arzt
Geistig noch fit mit seiner neunzig Jahre
Im Bewusstsein voll auch seine Haare
Es ist alles gut er sei gesund
War des Arztes sein Befund
Was er denn alles so machen tät
Für sein Herz und seine Homogenität
Viel Bewegung und auch frische Luft
Keine Scheu vor Zwiebel- und Knobliduft
Auch Lachen sei gesund fürs Herz
Dies meint weiter der Fredi Merz
Als sodann mit heftiger Macht
Ein Furz bei Fredi hat gekracht
Beide krümmen sich nun vor lachen rund
Sehen sie Herr Doktor lachen ist gesund
© Hans-Peter Zürcher
Wunsch
Der Frehner Jakob aus Herisau
Wünscht sich schon lange eine Frau
Schön braucht sie nicht zu sein
Aber hübsch und im Herzen rein
Keine grosse Nase soll sie haben
Und auch keine krummen Waden
Nicht all zu gross und auch nicht klein
Sie soll weder dick noch mager sein
Aus gutem Haus und auch noch reich
Das wär doch wirklich nun kein Seich
Gut gebildet und dazu noch schlau
Die Haare braun die Augen blau
Wer nun denkt der Frehner wird so nie sichtig
Der liegt mit seinen Gedanken völlig richtig
© Hans-Peter Zürcher