ATHENA, Göttin der Weisheit
Nach dem Sieg der Olympischen Götter über die Titanen vereinigte sich Zeus mit Metis, einer Tochter des Okeanos und der Tithys. Uranos und Gaia hatten ihm geweissagt, dass aus dieser Verbindung erst Athena entspringen würde, die ihm an Tapferkeit und Weisheit gleichen werde, danach aber ein Sohn, der klüger wäre als er und eines Tages seinen Thron in Gefahr brächte. Um dieser Gefahr zu entgehen, verschluckte Zeus die Metis. Doch als der Zeitpunkt heranrückte, an dem Athena geboren werden sollte, befahl Zeus dem Prometheus (nach anderer Überlieferung dem Hephaistos) ihm den Kopf mit einem Beil zu spalten. Mit Erstaunen sahen alle anwesenden Götter, wie aus dem Haupt des Zeus die bewaffnete Athena entsprang, die ihre Lanze schwang.
In der Schlacht gegen die Giganten hatte die neue Göttin ihren Platz neben ihrem Vater und besiegte Enkelados, den sie zu Boden schleuderte und ganz Sizilien auf ihn warf. Sie war zwar eine kriegerische Göttin, doch nicht kriegslüstern. Sie war weise und klug und half Helden wie Perseus, Achill und Odysseus und anderen, doch hatte ihre Zuneigung nichts Erotisches. Athena hatte ebenso wie Artemis beschlossen, niemals zu heiraten und ihre Jungfräulichkeit zu bewahren.
Die Überlieferung berichtet, dass Poseidon eines Tages mit Athena in Streit geriet, wem die Stadt Athen gehören sollte und wessen Namen sie tragen sollte. Schließlich wurde entschieden, dass jeder der Stadt ein Geschenk machen sollte. Sieger wäre der, dessen Geschenk die anderen Götter für das wertvollste hielten. Poseidon stieß auf der Akropolis seinen Dreizack in den Felsen und sofort sprang Wasser aus dem Boden.
Athena ihrerseits stampfte mit dem Fuß auf und ein Ölbaum wuchs hervor, der erste auf der Welt, ein heiliger Baum, der seit ältester zeit den Frieden symbolisiert. Da die Götter Athena zur Siegerin erklärten, erhielt die Stadt ihren Namen und stand unter ihrem Schutz.
Die Göttin Athena war den Menschen nahe und half ihnen im Frieden bei der Arbeit. Sie lehrte sie die Töpferei, half den Dichtern und lehrte die Frauen das Weben.
Zumeist wird sie mit dem Beiwort Pallas Athena bezeichnet, das junges Mädchen bedeutet. Ihr ständiger Widersacher war der kriegsliebende Ares, den in der Ilias die beiden verfeindeten Heere verehren. Ares stand aber auf Seiten der Trojaner, während Athena den Griechen beistand. Als Zeus den unsterblichen Göttern erlaubte, sich am Krieg zu beteiligen, widersetzte sie sich erfolgreich ihrem Gegner Ares und brachte ihm sogar eine Wunde bei.
Die Anwesenheit Athenas bedeutete immer klugen Rat, besonnenes Verhalten und weises Urteil. Ihr war der Parthenon geweiht und in Athen wurde sie durch große Feste wie die Panathenäen besonders geehrt.
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