Lyrikquelle von Herta Marie
 

 

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HAUTGEFÜHLE

 
ALLTAGSHAUT
 
Moment der Ruhe
im Abendtraumkerzenlicht,
der Tanz verzaubert.
Alsbald im Tagesausklang
die Werktagshaut abstreifen.
 
WOCHENENDHAUT
 
Ganz hingebungsvoll
die Sonntagshaut überzieh'n,
das Herz einhüllen
und mit dir die Liebeszeit
beschwingt zum Klingen bringen.
 
WOHLFÜHLHAUT
 
Die Glücksmomente
des Tages neu beleuchten,
die Freude speichern.
Kraftreserven für Notzeit
in glühender Sonnenhaut.
 
 
 
 
 
Gefühlvolle Lebensmelodien

Lebensmelodien,
Gefühle voller Stärke
in Dur-Akkorden,
Musik aus Vergänglichkeit
und herzbebenden Klängen. 
 
Melodien in Moll
verschwinden im Liebesvers,
sterbend, unhörbar,
Töne streicheln die Seelen,
bestimmen unser Wesen.
 
 
 
Sinnlicher Nachtzauber

Der Mondlichtzauber
streift sinnlich über Blüten,
Stille im Geäst.
Bald werden Träume erblüh'n,
herztief sinkt Frieden nieder.
 
 
 
 
Die Lebenstore

Tore des Lebens
müssen durchschritten werden,
besiege die Furcht
und laufe beherzt hindurch,
lerne und wachse dabei.
 
 
 
 
Wünsche zum Tagesbeginn

Fülle den Morgen
mit dem frühwehenden Wind,
funkelnden Perlen
aus den duftenden Blumen
im lachenden Sonnenstrahl.
 
Fülle den Morgen
mit sanften Umarmungen,
einem heißen Kuss.
Leuchtende Augenpaare
frischen den Liebesschwur auf.
 
Fülle den Morgen
mit großzügigen Gaben,
der Nächstenliebe
und einer helfenden Hand,
um dem Freund Gutes zu tun.
 
 

 

Traumhaftes Paradies im Kirschbaum

 

Süße Duftwolken

kitzeln heute den Kirschbaum.

Bienengesänge

erklingen sehr ausdrucksstark,

ein traumhaftes Paradies.

 

 

Tumult hinter den Kulissen

 

Dein Putz zeigt Risse,

die Stärke ist aufgesetzt,

Schwachstellen sichtbar.

Spüre die Verletzlichkeit,

sehe dein wahres Gesicht.

 

Masken verbergen

Schmerzen, Tränen, Kummer, Leid,

Unangenehmes.

Sie wiegt schwer, lege sie ab,

nun sei doch endlich du selbst.

 

 

Der Tratschverein

Falscher Zungenschlag

hinter vorgehaltener Hand,

mit voller Absicht

und mit grinsendem Gesicht

der Schlangengift verbreitet.

 
 
Letzte Flügelschläge
 
Vor den Stadttoren
suchen schwebende Elfen
die Schmetterlinge
am faltenreichen Gewand
der müden Heckenrose.
 
 
Momente im November
 
Bald wackeln Igel
in die Winterschlafbetten.
Alsbald umschließen
die wärmenden Erdarme
den träumenden Gesellen.
 
Die Atemwolken
behauchen Vertrocknetes,
erster Raureif tropft.
Die Kälte kriecht ganz langsam
in manch’ fröstelnde Glieder.
 
Schwere Grauwolken
verkünden den ersten Schnee,
Wartestellung hält.
Doch am Gefrierpunkt
dreht immer mehr der Winter.
 
 
Nur oben drauf.
 
Oberflächlichkeit
lag schwer in dumpfen Worten,
nichts Nachhallendes.
Der Grund der Seele verdeckt,
kein Tiefgang war zu finden.
 
Bist du so glücklich?
Schätze liegen verborgen,
drum grabe danach,
denn Lebenszeit ist kostbar.
Tiefgang schenkt Zufriedenheit.
 

 

Die Stacheln schaden

 

 Wortstachel sitzt tief

in der schwachen Seelenhaut –

Entfernungsschmerzen.

Kurz und heftig ist die Qual,

die große Erleichterung.

 

Das schleichende Gift

hätte das Wesen zerstört,

Leben verändert

und die Freude genommen.

Gesunde Zeiten folgen.

 
 
Verzeihe bereitwillig
 
Vergib großzügig!
Hast du die Seelengröße?
Handle mit Bedacht.
Nutze klug deinen Großmut.
Verzeihen bringt dir Frieden.
 
 
Vogelgezwitscher im Frühling
 
Warmer Frühlingswind
trägt auf zärtliche Weise
die kleine Lerche
zu sanften Wolkenkissen
und grünen Himmelswiesen.
 
Freudige Lieder
singt gerne das Amselpaar.
Spitzen die Öhrchen,
ein drolliger Flügelschlag,
Antwort schallt aus jedem Baum.
 
Der Fink schlägt den Takt
im sonnenhellen Morgen.
Die flinke Meise
spielt gefühlvoll die Geige
am hinteren Gartenzaun.
 
 

 

Die Quellen der Inspirationen

 

Lyrik ein Mal eins,

Lebenszeiten beleuchten,

Geheimnis des Seins,

das Herz nach außen stülpen,

erfühlen, zu verdichten. 

 

 

Kinderwunden

 

Seele des Kindes,

so zart wie ein Elfenkleid,

ganz schnell zerrissen,

grausam vom Wind verweht,

Hoffnung ist nicht zu finden.

 

 

Momentaner Lichtblick

Kurzer Augenblick
der Grauschleier öffnet sich
Augenpaar lächelt
sichtbar glätten sich Falten
doch erneut fällt der Vorhang.

 

 

 

Milchige Schwaden

 

Trüb der Dunstschleier

Wind küsst nebelnasses Gras

kalt der Erdenschoß

Mondsichel schaukelt im Ast

Morgenröte blinzelt fahl.

 

 

Verzeih mir

 

Harte Verletzung

jahrelang tief eingraviert

vergessen nicht leicht

Verkapselung der Wunde

verzeihen - die Möglichkeit.

 

 

Gedankenvermehrung

 

Gedankenmagnet

große Ansammlung gepresst

Gehirn riesengroß.

 

Hutgröße Mamut

keinerlei Reservierung

Ausdehnungsproblem.

 

Erschlagungsgefahr

Abwehrschirm aktiviert

Selbstdisziplin hofft.

 



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