Auf der Suche
Ich bin auf der Suche nach Wärme und Licht
heraus aus dem Dunkel der Nacht
und mit der Morgendämmerung Licht
ein Hoffnungsfunke erwacht.
Ich bin auf der Suche nach dem richtigen Weg,
heraus aus dem Labyrinth.
Mit jedem Schritt verfolg` ich mein Ziel
neugierig wie ein Kind.
Ich bin auf der Suche nach meinem Haus,
ein Haus mit sicherem Gefüge,
wo Klarheit und Liebe wohnen drin,
kein Platz ist für eine Lüge.
Ich bin auf der Suche nach der richtigen Sicht
eigene Fehler zu erkennen,
um sicher auf meinen Füßen zu stehen
und nicht mehr davon zu rennen.
Ich bin auf der Suche nach Ruhe und Kraft,
zu stützen die Armen und Schwachen,
dem Hungernden das Brot zu geben,
dem Weinenden das Lachen.
Ich bin auf der Suche nach Gleichmütigkeit,
zu lockern die Fesseln der Pflicht,
um danach wieder weiter zu gehen,
befreit von unnütz´ Gewicht.
Ich bin auf der Suche nach einer Hand,
die mich hält, wenn ich wanke,
ein Ruhepool, wo ich besinne
und neue Kräfte tanke.
Ich bin auf der Suche nach Menschlichkeit,
nach einem geborgenen "Wir"
und als ich Dich fragte:"Wo warst Du so lang ?"
sagtest Du:"auf der Suche nach Dir."
Madeleine

Der Sozialstaat
Der kleine Mann in unserem Land,
auch als Steuerzahler bekannt,
der darf, dann hat er meistens Schwein,
ein treuer Arbeitnehmer sein.
Sie schuften sogar in der Freizeit, die Dreisten,
und können sich davon den Urlaub leisten.
Dafür verzichten sie dann ganz bewußt
auf Markenware, welch ein Frust.
Und wenn das Geld trotzdem nicht reicht,
der Dispokredit machts jedem leicht.
Da brauchen sie gar nicht nach Höherem streben,
die Banken müssen auch von was leben.
Der Minister tut´s ab:"Das ist doch banal.
Ihr habt Kleidung und Essen und das ist sozial.
Macht Ihr nur weiter in Eurem Trott,
Ihr habt die Arbeit und wir den Schmott."
Sie müssen um ihre "Diäten" ringen.
Beute würde besser klingen.
Und weil keiner von ihnen nach Eigentum giert,
werden sie im staatseigenen Wagen chauffiert.
Sie müssen zu Debatten flitzen,
gelangweilt in den Bänken sitzen,
den kleinen Leuten das Geld einteilen,
von einem Bankett zum nächsten eilen.
Ja, sind sie nicht zu bedauern die Guten,
die nur für uns sich täglich sputen ?
Sie verdienen doch Achtung und unser Gehör
und wenn nötig, bezahlen wir ihren Frisör.
Darum tut sie doch nicht mit Vorwürfen martern,
wenn sie sich einen Privatjet chartern.
Ihr Gewissen ist rein, so wie ihre Weste,
sie wollen für alle nur das Beste.
Madeleine

Die Würde des Menschen
Kein Tag wie der andere in einer Stadt,
die Würde und Recht gepriesen hat.
Und während ein Mann sich in Schweigen hüllt,
ist der Gerichtssaal von Stimmen erfüllt.
Man sieht die Wut in Gesichtern schäumen,
"Ruhe im Saal, sonst lass ich ihn räumen."
Die Menschen sind stumm, sie verstehen nicht,
und vor ihnen tagt das hohe Gericht.
Sexueller Missbrauch, man glaubt es kaum,
die Anklage steht wie ein Geist im Raum.
Während sie über die Strafe verhandeln:
"Er ist noch jung und kann sich noch wandeln."
Der Anwalt sagt`s mit ruhigem Gesicht,
er wendet sich an das hohe Gericht.
Und die Menschen, sie raunen und einer sieht rot,
und er ruft in die Menge:"Schlagt das Schwein tot."
Die Worte des Anwalts sind wie Watte
und er spricht vom Täter und wie schwer der es hatte.
Er zeigt zu dem Mann auf der Anklagebank:
"Er braucht unsere Hilfe, denn er ist krank."
Plötzlich hört man den Richter sagen:
"Wo ist das Kind, wir wollen es befragen."
Die Tür öffnet sich langsam - nur einen Spalt
und herein tritt eine kleine Gestalt.
Während sich alle die Mäuler zerfetzen,
starrt das Kind auf den Täter, voller Entsetzen.
Der Anwalt zur Mutter, mit kaltem Gesicht:
"Wo waren Sie mit der Aufsichtspflicht ?"
Und das Kind steht vorne im Rampenlicht,
ein stummer Schrei in seinem Gesicht.
Und die Menschen, sie raunen und schauen betreten
und ganz hinten sieht man jemandem Beten.
Und während vor dem Opfer ein Film abrollt,
sagt der Täter ganz lässig, er hat`s nicht gewollt.
Die Menschen sind kaum auf den Bänken zu halten,
als der Richter spricht, er läßt Milde walten.
Sie können das Urteil gar nicht fassen,
und der Täter sitzt da, ganz ruhig und gelassen.
Ein Täter, der alles gelassen nimmt,
das Leben des Opfer`s von Ängsten bestimmt.
Die Unschuld trägt so manche Bürde,
im Land der Freiheit und Menschenwürde.
Madeleine


Die Linde
Auf einem Berg inmitten von Linden,
steht eine Eiche und trotzt allen Winden,
breitet die Wurzeln weit in das Land,
eine Linde kaum Platz zum wachsen fand.
Die Eiche sich schonungslos Platz verschafft,
fragt nicht nach den Linden und deren Kraft.
Und die Linde sie wispert, ihre Zweige sie beben:
"Es ist nicht leicht im Schatten zu leben."
Neben der Linde, auf engen Raum,
steht eine Birke, schön wie ein Traum.
Nur manchmal wenn Winde die Äste bewegen,
erreichen die Linde Sonne und Regen.
Die Jahre vergehen und die Winde sind kalt
und die Linde sucht bei der Birke Halt.
Die Birke ist ruhig und die Birke hat Kraft
und irgendwie hat es die Linde geschafft.
Die Wolken sind düster und die Stürme sie walten
und die Birke sie kämpft und kann sich nicht halten.
Und dann erwachte die Morgenstunde
und wo vorher die Birke - eine klaffende Wunde.
Die Bäume sind groß, ihre Blätter sind bunt
und die Linde steht da und schaut in den Grund.
Und sie wiegt sich im Winde hin und her:
"Ach Birke - Birke du fehlst mir so sehr."
Und zärtlich streicht durch die Zweige der Wind:
"Du wirst neu erblühen, ganz bestimmt."
Madeleine
Mauern
Als ich Dir mein kindliches Lachen schenkte,
haben Deine bitteren Worte es weggewischt.
Als ich Dir meine Hände entgegenstreckte,
hast Du drauf geschlagen.
Als ich sprechen lernte, hast Du mich geknebelt.
Als ich mich an Dich schmiegte,
hast Du mich weggestoßen.
Als ich weinte, ließen Deine hasserfüllten Worte mich verstummen.
Als ich Dir meine Gefühle offenbarte, hast Du sie beinahe zertreten.
Als ich Dir vertraute, hast Du mich belogen.
Als ich erwachsen wurde, konntest Du meinen Schutzwall nicht mehr durchdringen und plötzlich hast Du gespürt, wie einsam Du bist.
Madeleine

Im Wandel der Gezeiten
Ein süßer Duft berührt die Sinne, erinnert an den Sommertraum.
Der Wind streift sanft durch goldene Felder,
der Herbst färbt Früchte an Strauch und Baum.
Das Land gehüllt in bunte Farben, wie ein Gemälde der Natur,
streckt sich dem Himmelblau entgegen,
genießt des Daseinsfreude pur.
Und leise klingt es in den Lüften, das Lied der immerwährenden Zeit
"Genieß das Leben an allen Tagen. Es hält soviel für Dich bereit, das Wunder aus des Glaubens Anfang,
das Licht der Hoffnung in der Nacht,
der Sonnenstrahl für Deine Seele,
der über unseren Herzen wacht.
Und wie der Wechsel der Gezeiten, berührt die Einzigartigkeit,
steht in dem Bleiben und dem Werden
das Leben selbst für Dich bereit."
Madeleine

Der Weg
Gefühle wie Nebelschwaden, die den Abgrund verhüllen,
der unüberwindbar scheint. Schmaler Pfad zwischen Tag und Nacht, Gestern und Heute, mit unsicheren Schritten vorwärtstastend, Angst an verschlossenen Türen zu scheitern. Halt suchend, verstoßen, balanciert an brodelnder Lava vorbei. Das Weinen verbannt, um nicht in die Fluten der Hilflosigkeit zu stürzen. Auf der Suche nach einem Weg, der aus der Kälte der Zurückweisung ins Leben führt.
Madeleine