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| Anschaffung |
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Der Prozess beginnt Warum? Motive ... ...und Erwartungen Informationen, Informationen Welcher Vogel soll es sein? Die eigenen Möglichkeiten |
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| Der Prozess beginnt | ||||||||||
Irgendwann ist er da: der Wunsch, einen Papageien zu halten. Vielleicht wollte man nur irgendein Haustier und ein Hund ist zu aufwändig, Fische zu langweilig, Meerschweinchen machen nichts her, gegen Katzen ist man allergisch ... ein Vogel könnte das richtige sein und ein Papagei ist schön bunt und kann sogar sprechen. Auf zur nächsten Zoofachhandlung, die auch einen wunderschönen grünen Vogel mit blauer Stirn dort sitzen hat. Auf Nachfrage erfährt man, es handele sich um eine Amazone. Futter und Käfig habe man auch hier – viel Spaß mit dem Tier. Nein, so läuft es hoffentlich nur selten. Die meisten potentiellen Halter versuchen sich schon vorher zu informieren und es gibt viele Fachhandlungen, die zumindest Basisinformationen vermitteln können. Dennoch reicht die Information alleine in der Zoofachhandlung nie aus, es müssen andere Quellen herangezogen werden. Damit beginnt ein Prozess, an dessen Anfang die Frage steht: warum will ich einen Vogel? |
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I
Ich weiß, wie es dazu gekommen ist und dass ich mindestens seit meinem sechsten Lebensjahr Papageien wollte: Der erste Wellensittich gehörte meiner Schwester, die aber nur geringes Interesse an dem Vogel hatte. Ich quengelte schließlich solange, bis er meiner war, der blaue Peter. Einer reichte mir nicht, im Laufe der Jahre kamen weitere Vögel hinzu bis ich mir schließlich den Traum vom „richtigen Papageien“, für mich lange Zeit Graupapageien, erfüllen konnte.
Liegt es daran, dass ein jüngerer Bruder immer auch das will, was die ältere Schwester hat? Möglich. Das man als jüngster Kind endlich etwas hat, was noch kleiner, noch hilfloser ist als man selbst, dem gegenüber man Fürsorge, aber vielleicht auch Macht zeigen kann? Kann sein. Das man mit "seinem" Haustier vor Freunden angeben kann? Vielleicht. Das man als Stadtkind, das ich war, Eine Kombination aus all diesen und eventuell weiteren Faktoren? Wahrscheinlich. Letztlich weiß ich nur mit Gewißheit, dass mich keine andere Tierart so fasziniert wie die Vögel und von diesen wiederum die Papageien. Ich weiß, das es mich glücklich macht, eine Bedürfnis begriedigt, mit meinen Papageien zusammenzuleben.
Nun kann und will ich nicht fordern, dass man vor der Anschaffung von Papageien erst eine Psychoanalyse macht, um die vielleicht tiefliegenden Motive für diesen Wunsch zu erfahren. Aber jeder, der den Wunsch verspürt, sich Papageien anzuschaffen, sollte sich doch die Zeit nehmen, die eigenen Motive zu hinterfragen und dabei auch möglichst ehrlich zu sich selbst zu sein.Die Motive prägen, bewusst oder unbewusst, auch die Vorstellungen von und Erwartungen an Papageien und ihre Haltung hat. Als sicher kann man nur annehmen, das Haltung von Papageien vor allem ein soziales Bedürfnis des Halters befriedigt. Von Psychologen werden vor allem folgende Motive genannt:
"Im Rahmen der Studie beauftragte der IVH das Institut Infratest/Dimap, 2.000 Halter und Nichthalter zu den wichtigsten Motiven und Barrieren der Heimtierhaltung zu befragen. Demzufolge ist das soziodemografische Profil in starkem Maße abhängig von der Lebensphase und dem Alter der Heimtierhalter. Paare ohne Kinder und Singles ab 40 Jahren stellen insgesamt in absoluten Zahlen die meisten Heimtierhalter in Deutschland. Fast sechs von zehn Heimtieren werden von Personen aus diesen Bevölkerungsgruppen gehalten. Paare ohne Kind und Singles ab 40 Jahre stellen
Betrachtet man jedoch die Quoten innerhalb der einzelnen
Bevölkerungsgruppen, sieht die Gewichtung anders aus. So ist
beispielsweise der Anteil der Heimtierhalter in der Gruppe der Paare mit
Kindern bei allen Heimtierarten am höchsten. Singles ab 40 Jahre weisen
für alle Heimtierarten die niedrigsten Besitzquoten aus. Diese
Bevölkerungsgruppe hält am ehesten eine Katze oder einen Hund aber kaum
Kleintiere und Zierfische. Die Abhängigkeit der Heimtierhaltung von der
Lebensphase ist für Hunde und Kleintiere am stärksten und für Ziervögel
am wenigsten stark ausgeprägt.... "Die Heimtierhaltung hat eine jahrhundertealte Tradition, erfuhr seit der Mitte des 20. Jahrhunderts jedoch einen tief greifenden Bedeutungswandel. Die kontinuierliche Zunahme und der in unseren Breitengraden generell hohe Stellenwert von Heimtieren lassen sich dabei auf verschiedene Faktoren zurückführen. Während man mit ihrer Haltung früher in der Regel ausschliesslich rationale Absichten verfolgte (der Hund hatte über Haus und Hof zu wachen, die Katze Nager zu fangen und der Käfigvogel den Menschen mit seinem Gesang zu erfreuen), dienen Pets heutzutage oftmals auch der Befriedigung sozialer Bedürfnisse ihrer Besitzer. Neben rein emotionalen Gesichtspunkten, wie der Freude und dem Interesse am Tier, kommen daher auch dem Verlangen nach Sicherheit und Gesellschaft wesentliche Bedeutung zu. Vor dem Hintergrund einer zunehmend technisierten Umwelt wächst der allgemeine Wunsch, durch Kontakte zur Natur und zu Tieren der für unsere Zeit charakteristischen Gefahr einer gefühlsmässigen Vereinsamung zu begegnen. Die durch die Industrialisierung bewirkte starke Veränderung gesellschaftlicher Lebensformen und die damit einhergehende Verstädterung, Auflösung familiärer Strukturen und zunehmende Anonymität des Einzelnen hat trotz - oder gerade wegen - des materiellen Wohlstands zu emotionaler Disbalance und einer steigenden Verarmung zwischenmenschlicher Beziehungen geführt, worunter in der Regel Kinder, Jugendliche und alte Menschen besonders leiden. Namentlich allein stehende und unverstandene Menschen - denen die durch moderne Familienstrukturen bedingte Isolation besonders häufig zu schaffen macht - versuchen durch die Gemeinschaft mit Tieren der Einsamkeit zu entgehen und finden darin jene Aufmerksamkeit und Zuneigung, die sie von ihren Mitmenschen vermissen. Nicht selten füllen die Fürsorge und Verantwortung für ein Tier das eigene Leben mit Sinn und Befriedigung bzw. stellen Heimtiere gar einen Partner- und Liebesersatz dar. Der Umstand, dass Mensch-Tier-Bindungen oftmals weit länger überdauern als zwischenmenschliche Beziehungen, ist hinreichend bekannt." http://www.tierschutz.org/tierschutz/problembereiche/heimtiere/haltung/index.php |
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| ... und Erwartungen |
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![]() Kuscheln |
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Gibt es ein falsches Motiv für die Papageienhaltung? Ja, wenn dieses Motiv zu falschen Vorstellungen und Erwartungen führt, die ein Papagei nicht erfüllen kann. Immerhin handelt es sich bei den meisten Papageienarten um Wildtiere.Polemisch formuliert:
Jemand will aus Prestigegründen einen großen Ara halten – „das macht was her“. Wenn nach entsprechender Information die Konsequenz ist, das er zwei statt nur einen Vogel hält, eine große Zimmervoliere mit sechs Metern Länge , zwei Meter breite und drei Meter Höhe bauen lässt und die Vögel möglichst artgerecht hält, dann ist das dahinter stehende Motiv kaum zu verurteilen.
In Abhängigkeit von dem Motiv sind die Erwartungen, die ich an Papageien richte vielleicht
"Solange ihren natürlichen Bedürfnissen gebührend Rechnung getragen wird, ist an der Haltung von Heimtieren nichts auszusetzen. In der Überzeugung, dass sich die Tiere bei ihnen wohl fühlen, tun sich jedoch die meisten Heimtierhalter mit Kritik schwer, was eine objektive Auseinandersetzung in der Regel schwierig macht. Um das Wohlbefinden von Pets wirklich zu garantieren, sind etliche Voraussetzungen zu beachten, wobei jede Tierart andere Ansprüche an Halter und Umgebung stellt. Für alle Arten ist jedoch zu fordern, dass sie ihre wesentlichen Verhaltensweisen möglichst uneingeschränkt äussern und ihre Bedürfnisse an Nahrung, Licht, Lebensraum und Sozialverhalten befriedigen können." (http://www.tierschutz.org/tierschutz/problembereiche/heimtiere/haltung/tierschutzrelevanz/index.php, letzter Besuch 30.10.2011) Damit ist die Problematik der artgerechten und der tiergerechten Haltung angesprochen. |
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| Informationen, Informationen | ||||||||||
Wenn ich mir also halbwegs klar geworden bin, was ich von Papageien (meist habe ich ja da schon die Vertreter einer bestimmten Papageienart im Kopf) und ihrer Haltung erwarte, muss ich mich über diese Vögel informieren, um zu sehen, ob und inwieweit meine Erwartungen und Vorstellungen der Realität und ihre Haltung meinen Möglichkeiten entsprechen.
Viele führt der erste Weg in die Zoofachhandlung zu einem Beratungsgespräch mit einem Verkäufer. Man muss sich aber bei einem Beratungsgespräch über zwei Dinge im klaren sein: Erstens kann natürlich kein Verkäufer selbst beim besten Willen nicht alles über alle zum Verkauf stehenden Tiere wissen; zum
anderen sind Zoofachhandlungen auf Gewinnmaxierung zielende
Unternehmen. Ihr Ziel muss der Verkauf unter anderem auch von lebenden
Tieren sein, wenn sie diese im Angebot haben. Dieses Interesse wird
natürlich ein Beratungsgespräch prägen. Es kann daher passieren, dass der potentielle Käufer nicht die Voraussetzungen mitbringt, um ein Tier annähernd artgerecht zu halten, und ihm wird dennoch nicht vom abgeraten, oder die Haltung eines Tieres wird weitaus unproblematischer dargestellt, als sie ist, um den potentiellen Käufer nicht abzuschrecken. Das Beratungsgespräch mag daher ein erster Schritt, keinesfalls aber darf es der einzige sein.
Oft wird man in einer Zoofachhandlung auch die erste Literatur zum Thema sehen. Als „absoluter Anfänger“ ist man meist kaum in der Lage, die Qualität der zum Verkauf stehenden Bücher einzuschätzen. Ein Tipp: beim Kauf darauf achten, dass es Literaturhinweise im Anhang gibt. Diese ermöglichen es, sich weitere, eventuell qualitativ bessere Bücher anzuschaffen.Gute Literatur zum Thema ist meistens auch teurer, hier darf nicht am falschen Ende durch den Kauf billiger, dünner Heftchen gespart werden. Das Studium der Literatur kann dann Ausgangspunkt für ein weiteres Beratungsgespräch sein, bei dem man gezielter Fragen stellt.Eventuell merkt man dann auch, wie die Qualität des Beratungsgespräches beschaffen ist, ob der Verkäufer weiß, wovon er redet. Eine kleine Auswahl an Literatur findet sich hier.
Eine nicht zu unterschätzende Informationsquelle bietet das Internet: zahlreiche Seiten über Papageienhaltung lassen sich dort finden – Seiten wie diese, schlechtere, bessere. In Foren, Newsgroups, Mailinglisten, Clubs etc. hat man die Möglichkeit, Kontakt mit anderen Haltern aufzunehmen und Fragen zu stellen. Aber auch hier muss man stets die subjektive Färbung der gemachten Aussagen bedenken und daran, das es sich stets um Einzelerfahrungen handelt. Eine Liste empfehlenswerter Seiten findet sich hier.
Literatur und Internetkontakte können persönliche Kontakte und das Erleben der Papageien im „wirklichen Leben“ nicht ersetzen. Von daher ist der (mehrmalige) Besuch von anderen Haltern und ihren Vögeln eine wichtige Informationsquelle, um Haltungsbedingungen und Vögel kennenzulernen, und hilfreich bei der Entscheidungsfindung. Dabei sollte auch versucht werden, Halter zu finden, die ihre Vögel unter ähnlichen Bedingungen halten, wie sie einem selbst vorschweben. Der Besuch von Züchtern mit Freivolierenanlagen ist zwar auch sinnvoll, vermittelt jedoch keinen Eindruck von Vögeln, die im Wohnzimmer leben. Leicht kann man sich da z.B. über die Lautstärke täuschen . Zudem wissen viele Züchter mit Außenanlagen von möglicherweise entstehenden Probleme in der Wohnzimmerhaltung wenig.Und wieder der Hinweis auf die subjektive Färbung: jemand, der Graupapageien hält, wird oft mit Begeisterung von seinen Tieren berichten und vergisst dabei manchmal die möglichen Schwierigkeiten zu erwähnen.
Für die Informationssammlung gilt daher der Grundsatz: So viele Informationsquellen wie möglich heranziehen, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Ein Beratungsgespräch, eine Anfrage in einem Internetforum, ein Buch, ein Besuch bei einem Halter reichen nicht.
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| Welcher Vogel soll es sein? |
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Nach dieser Informationssammlung kann man sehen, ob der Wunschvogel wirklich den eigenen Vorstellungen, Erwartungen und Möglichkeiten der Haltung entspricht oder nicht. Vielleicht muss man nun völlig von dem Wunsch, einen Papageien zu halten, abrücken. (Menschen, die diese Entscheidung fällen, bewundere ich sehr.) Oder man muss sich einer anderen Art zuwenden, die eher den eigenen Erwartungen und den eigenen Möglichkeiten zur Vogelhaltung entspricht. Dann beginnt die Informationssammlung hinsichtlich dieser Art wieder von vorne beginnen. Und das kann sich mehrfach wiederholen.
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| Die eigenen Möglichkeiten | ||||||||||
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Bei der Frage, welches der richtige Vogel für mich ist, sind bislang die gegebenen Möglichkeiten zur Vogelhaltung zwar erwähnt, aber sträflich vernachlässigt worden.
Wie groß ist meine Wohnung? Habe ich ein eigenes Zimmer für die Vögel zur Verfügung? Oder muss / will ich sie im Wohnzimmer halten? Wie viel Platz kann ich den Vögeln darin einräumen? Wie groß kann/darf die Voliere sein? Ist Freiflug möglich und wenn ja, wie oft und wie lange? Wie viel Flugraum steht dann den Vögeln zur Verfügung?
Ein Wohnzimmer mag für eine Voliere mit Wellensittichen und deren Freiflug ausreichend groß sein, für ein Arapärchen hingegen nicht mehr.
Ein
sehr häufiges Problem in der Papageienhaltung sind die Nachbarn und es
sei gleich gesagt: der Halter hat schlechten Karten, wenn es zu beschwerden kommt. Wie hellhörig ist die Wohnung ist? Wie ist das Verhältnis zu den Nachbarn? Die Haltung von relativ leisen Arten wie bspw., Bourkesittichen mag möglich sein, die von Aratingas jedoch nicht.
Bei der Frage "Welcher Vogel soll es sein?" spielt Geld vor allem und zunächst bei der Anschaffung und der Erstausstattung eine Rolle. Einige Arten sind teurer als andere, größere Arten brauchen eventuiell größere Volieren, größere Futternäpfe etc.. Wenn auch größere Arten im Unterhalt mehr Kosten, so unterscheiden sich die Unterhaltskosten oft gar nicht so sehr: Trocken-(Körner-)futter für Aras ist nur unwesentlich teurer als für Wellensittiche, die Tierarztrechnung ist für einen Wellensittich genauso hoch wie für einen Ara.
Schließlich: Wie viel Zeit habe ich für das Tier? Zeit für die Grundpflege (Fütterung, Säuberung des Käfigs oder der Volere und ihrer Umgebung oder des Vogelzimmers)? Zeit für die Beobachtung und für den unmittelbaren Kontakt? Bin ich Vollzeit berufstätig, sehr oft privat außer Haus, im Schichtdienst? Dann bspw. sind Papageien zu empfehlen, die sich selbst genügen, die nicht auf den Kontakt mit dem Menschen angewiesen sind und bei denen man tatsächlich nur als Beoibachter und Pfleger fungiert.
Die wichtigst Frage überhaupt, die man sich selbst stellen und beantworten muss: Wieviel Geld, wieviel Zeit, wieviel Raum bin ich bereit abzugeben für meine Vögel? Kann ich mit angefressenen Tapeten und Möbeln leben? Kann ich damit leben, dass meine Papageien eines Tages in einem kurzen Moment der Unaufmerksamkeit doch ein wertvolles Erinnerungsstück zerlegt haben? Dass sie doch ins Bücherregal geschlüpft sind um Konfetti herzustellen? Dass ich täglich, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr eventuell über Jahrzehnte hinweg Voliere oder Vogelzimmer sauber machen muss, zweimal täglich frisches Wasser und Futter geben muß? Dass eventuell eine längere Urlaubsreise ausfallen muss weil sich kein Pfleger findet? Und eine Urlaubspflege ist sicherlichl eichter für Wellensittiche zu finden als für Amazonen, Graupapageien oder Aras. Dass ein Tierarztbesuch für einen Vögel, der 20€ gekostet hat, 100€ oder mehr kostet? Bin ich also bereit über einen langen langen Zeitraum etwas abzugeben von meiner Freiheit und mich derart zu binden?
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| Anfängervögel? | ||||||||||
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Manch einem mag nun der Gedanke gekommen sein, erst Mal klein anzufangen. Das klingt zunächst gut. Erst mal Erfahrungen sammeln, nicht gleich einen „komplizierten“ Vogel wie einen Graupapageien nehmen sondern mit etwas einfachen wie einen Wellensittich üben. Üben - das klingt schrecklich. Ein Wellensittich hat genauso viel Anspruch auf gute Haltung wie ein Graupapagei,. Er hat genauso viel Anspruch darauf, dass man sich vor einer Anschaffung genau informiert und seine eigenen Motive und Erwartungen hinterfragt. Wellensittiche sind keine „Übungsvögel“.
Also gibt es so etwas wie „Anfängervögel“ gar nicht? Es gibt zumindest Papageienarten, deren Ansprüche von einem Menschen leichter zu befriedigen sind. Dazu zähle ich vor allem eine Reihe von Agapornidenarten (Rosenköpfchen, Schwarzköpfchen, Pfirsichköpfchen), Wellen-, Nymphen- und Singsittiche, mit Einschränkungen auch Ziegen- und Springsittiche sowie Bourkesittiche.
Aufgrund ihrer Größe können diesen Arten in einer Wohnung leichter angemessene Lebensräume und -bedingungen geschaffen werden. Auch der Umgang gestaltet sich einfacher, bspw. Fragen der Erziehung und der Aggression gegenüber dem Halter alleine wegen der Schnabelgröße weniger relevant, Schäden an der Wohnung und Wohnungseinrichtung geringer. Auch die Verpaarung ist in der Regel weit unproblematischer. Dennoch darf nicht der Eindruck, das es bei diesen Arten keine Probleme gibt: So ist bei den Nymphen-, Ziegen- und Springsittichen das Dauerlegen ein verbreitetes Problem, wenn man keine Zuchtabsicht hat. Wellensittiche sind bei falscher Fütterung und zu wenig Bewegung besonders anfällig für Übergewicht bis hin zu Fettgeschulsten.
Jedoch haben diese Vogelarten von Natur aus bereits eine geringere Lebenserwartung:
Manche Haltungsfehler machen sich bei diesen Vögeln daher oft nicht bemerkbar. Und es ist natürlich auch ein Unterschied, ob man sich für die nächsten vierzig oder mehr Jahrzehnte festlegt wie bei Großpapageien oder „nur“ für die nächsten 12 bis 15 Jahre (Wellensittiche, Agaporniden) bis 25 Jahre (Nymphensittiche).
Von daher erscheint es gut, Erfahrungen mit solchen Arten zu sammeln. Allerdings weiß ich auch aus eigener Erfahrung, dass die Haltung bspw. von Wellen- und Nymphensittichen oder Rosenköpfchen auf die Haltung von Großpapageien mit ihren spezifischen Problemen nur in geringem Maße vorbereitet. Dennoch: man kann seine Erfahrungen sammeln und sollte daher überlegen, ob man mit solchen Arten nicht anfängt ehe der Schritt zu einer schwieriger oder aufwändiger zu haltenden Art getan wird. Wer sich also noch nicht auf bestimmte Arten festgelegt hat, sollte als „Anfänger“ in der Papageienhaltung sein Augenmerk erst einmal auch auf diese „Anfängervögel“ lenken.
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